Clever.de Fragen + Antworten Wieso entkamen nach dem Krieg so viele Nazis nach Südamerika?
 
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Gelöste Frage von knuneu

Wieso entkamen nach dem Krieg so viele Nazis nach Südamerika?






gestellt vor 420 Tagen


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Beste Antwort ausgewählt vom Fragesteller knuneu

Inchier: Lange vor Kriegsende hatten die Alliierten im Herbst 1943 mit der "Moskauer Erklärung" deutlich gemacht, nicht nur die Hauptschuldigen der ersten Garnitur zur Rechenschaft ziehen zu wollen, sondern alle Nazi-Kriegsverbrecher. Eichmann, einer der Organisatoren der Judenvernichtung, wusste also: Er musste weg, bevor ihn seine Untaten einholten - "durch eifriges Sparen gelang es mir, die nötigen Gelder für eine Überseereise zusammenzubekommen". Fluchtziel: Argentinien.

Dort regierte der Brigadegeneral Juan Perón. Schon während des Krieges hatte der begabte Demagoge kein Hehl aus seiner Nähe zum Faschismus gemacht. Im März 1945 musste Argentinien zwar auf massiven Druck der USA seine nazifreundliche Neutralität aufgeben und Hitler den Krieg erklären. Doch Perón beschwichtigte die starke - mehrheitlich nationalsozialistisch gesinnte - deutschstämmige Gemeinde im Land: "Schauen Sie, uns bleibt nichts anderes übrig. Aber es handelt sich um eine reine Formalität." Perón hegte nicht nur tiefe Sympathie für verfolgte Nazis. Mit Hilfe deutscher Ingenieure und Wissenschaftler wollte er sein Land zu einem Industriestaat erster Ordnung machen. Von 1946 an schickte er Männer seines Vertrauens nach Europa, die dort die Elite der nationalsozialistischen Rüstungswirtschaft anwerben sollten - und ganz nebenbei gesuchte Kriegsverbrecher in Sicherheit brachten. Etwa 2000 überzeugte Nationalsozialisten setzten sich nach den Untersuchungen des Kölner Historikers und Lateinamerika-Kenners Holger Meding zwischen 1945 und 1949 zu Perón ab. Dabei "bewegt sich die Zahl derer, die weder vor alliierten noch später vor bundesdeutschen Gerichten auf Gnade hoffen konnten und sich auf Dauer verbergen mussten, zwischen 50 und 100".

Der argentinische Journalist Uki Goñi, der die Fluchthilfe für Nazi-Täter akribisch untersucht hat, hält diese Zahlen für eher niedrig. "Ich allein konnte mindestens 300 Kriegsverbrecher nachweisen." Dabei, so Goñi, seien die Archive der Einwanderungsbehörde in Buenos Aires mehr als lückenhaft. Er ist sich sicher, dass belastendes Material in zwei Wellen, 1955 und 1996, vernichtet wurde, um das Andenken des noch immer populären Perón nicht zu beflecken.

vor 1 Jahr

Quelle: http://www.stern.de/poli tik/geschichte/tei....html


Bewertung des Fragestellers:
Bischof Alois Hudal half auch kräfti mit.
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