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Was ist eigentlich eine Milchmädchenrechnung?




Was hat das Milchmädchen mit der fehlerhaften Rechnung zu tun?

Viele Erklärungen verweisen bei der Milchmädchenrechnung auf Jean de la Fontaines (1621-1695) Fabel "Das Milchmädchen und der Milchtopf" aus dem 17. Jahrhundert.

Erträumter Größenwahn
In Kurzfassung: Die Magd Perette macht sich mit einem Topf voll Milch auf den Weg zum Markt und spielt für sich durch, was sie von den Verkaufserträgen alles kaufen könnte. Selbst mit dem geringsten Erlös, so rechnet sie, ließe sich ein Huhn erwerben. Dieses würde ihr in kurzer Zeit so viele Eier produzieren, so dass sie sich schon bald ein Schwein leisten könnte – welches, als Schinken verkauft, genug Geld für die Anschaffung einer Kuh in ihre Kasse füllen würde. Das Ende der Geschicht: Perette fällt hin, verschüttet die Milch und der Traum von der Kuh ist dahin.

Internationale Fabel
Die fast identische Geschichte findet sich allerdings nur einige Jahrzehnte später in dem Gedicht "Die Milchfrau" des deutschen Dichters Johann Wilhelm Ludwig Gleim (1719-1803), sowie in der Fabel "Cuenta de la Lechera" (Erzählung von der Milchfrau) des spanischen Schriftsteller Felix Maria de Samaniego (1745-1801) wieder. Man könnte beiden unterstellen, nur von de la Fontaine kopiert zu haben – wahrscheinlicher ist allerdings, dass es sich bei der Geschichte um eine bereits früher entstandene Sage handelt, die man sich weitererzählte – ähnlich den gesammelten Märchen der Gebrüder Grimm.

In Spanien wird der Begriff übrigens im Gegensatz zu Frankreich auch heute noch im gleichen Zusammenhang wie bei uns benutzt: übertriebene Wunschvorstellungen blenden uns so sehr, dass wir zu gar nichts kommen.

Verdünnte Milch
Eine andere Erklärung geht darauf zurück, dass es unter finanztüchtigen Milchverkäuferinnen Sitte war, die Milch in schlechten Zeiten mit Wasser zu strecken – gleichzeitig aber den vollen Preis zu kassieren. Die Käufer wurden mit der Zeit misstrauisch und kauften woanders - die Umsätze der Milchfrau brachen ein.
Aus dieser Sicht ist die Milchmädchenrechnung also eher eine Rechnung, die am Ende nicht aufgeht – was eher unserem heutigen Verständnis entspricht.

8 Kommentare

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16.06.2010 17:15
Ja , ja , so trübe wie die Milch
15.07.2010 10:58
manche Milchmädchenrechnung ging aber auf!!
16.07.2010 11:56
die Eierlegende Wollmichsau wäre schneller gewesen und die Milch sicher nicht verschüttet
25.07.2010 10:58
Lieber einer Milchfrau die richtige Rechnung erklären.
27.07.2010 10:53
das dürfte heutzutage nicht so leicht sein, sie müsste schon Abitur haben ;-)
30.07.2010 18:30
Bei Milchmädchen geht man davon aus , dass die gut gebaut sind, wie man so schön sagt.
16.08.2010 13:22
Na, ja, die hatten damals noch keine Taschenrechner.
05.06.2011 19:06
kannte ich noch nicht...


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