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Warum heißt es 'Muttersprache' aber 'Vaterland'?




Warum ist die Sprache weiblich und das Land männlich?

Die strenge Untergliederung der Welt in eine mütterliche und eine väterliche Seite ist kein auf unser Land begrenztes Phänomen. Die Muttersprache wird weltweit gesprochen und dürfte damit die meist verbreitete Sprache sein (vergl.: engl. Mother-tongues = Mutter-Zunge).

Ebenso fühlt sich fast jedes Volk dieser Erde im Vaterland beheimatet (z.B. span. el patrio, v. lat. pater = Vater). Die Türken bilden eine der wenigen Ausnahmen: sie bezeichnen ihre Land als Mutterland (Anavatan).

Mutterland nur in Bezug auf Entstehung
Die Bezeichnung Mutterland benutzen wir ausschließlich im Zusammenhang mit Dingen, die im jeweiligen Land hervorgebracht worden, wie z.B. England als "Mutterland des Fußballs" oder Griechenland als "Mutterland der Demokratie". Der Akt der Geburt ist hier also von Bedeutung.

Entstehung der Muttersprache
Die Muttersprache geht sehr wahrscheinlich auf die Anfänge des 16. Jahrhunderts zurück und diente der Abgliederung zur wissenschaftlichen Sprache der damals ausschließlich männlichen Priester und Gelehrten. Die Frau wurde sozusagen zur Repräsentantin der einfacheren Umgangssprache, weil sie weder in den Genuss von Bildung gelangen, noch Fremdsprachen erlernen konnte bzw. durfte. Überlieferungen aus diesen Zeiten zeigen, dass diese von Geburt aus anzueignende Sprache schon damals als Materna lingua (lat. : mütterliche Sprache) bezeichnet wurde.

Entstehung des Vaterlandes
Das Wort Vaterland geht auf die auch heute noch in vielen Ländern übliche Erbfolge zurück: der Vater vererbt das Land direkt an seine Söhne. Hat er eine Tochter, so geht der Grundbesitz an deren Mann, sobald sie heiratet. Wie man es also dreht, das Land bleibt immer in den Händen des Vaters (Mannes).

Wann die Bezeichnung Vaterland zum ersten Mal verwendet wurde, ist nur schwer nachzuvollziehen. Bis in die Antike lässt sich der Gebrauch allerdings problemlos nachweisen.

14 Kommentare

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31.03.2009 12:20
lieber chickibuh :)
ein spannendes thema, wie ich finde, aber warum muss das so reaktionär erörtert werden?
was gar nicht geht:

[i]die auch heute noch übliche Erbfolge zurück: der Vater vererbt das Land direkt an seine Söhne. Hat er eine Tochter, so geht der Grundbesitz an deren Mann, sobald sie heiratet.[i]

das als die übliche erbfolge zu bezeichnen, ist doch wirklich unangemessen/rückwärtsgewandt. das ist wohl in irgendwelchen stammesgesellschaften noch der fall (wobei dann der korrektheit halber auch angeführt werden müsste, dass es durchaus schon immer auch vererbung über die mütterliche linie gegeben hat!) und vermutlich auch in einigen sehr patriarcharlen und extrem konservativen ländern, aber doch nicht in aufgeklärten, demokratischen staaten! und von denen gehen wir doch hier wohl aus, oder?
mit so unreflektierten aussagen trägt man nicht besonders zum auflösen von überkommenen, biologistischen rollenbilder bei.

grrrr,
juzi
Jo
10.02.2010 23:13
Die Kinder sind die eigentlichen Herrscher. Eigentlich müsste es Kindersprache heißen.
12.04.2010 17:20
Hey Juzi!

Natürlich wollen wir auf Clever keine tradierten Rollenbilder stärken und weiterverbreiten ;-)

In der Tat gibt es aber immer noch viele Länder in Europa, in denen das Land zuerst an den Sohn geht. Was nicht nur positiv ist: man ist für sein Leben gebunden und läuft Gefahr, die nächste Ortschaft nur aus Erzählungen zu kennen.

Hier was Spannendes, was nicht unbedingt in die Thematik passt:
Auf Mallorca hat jene stumpfe Vererbungsfolge gegenteiliges bewirkt: Die Söhne bekamen das fruchtbare Land von ihren Eltern, die Töchter mussten sich mit dem kargen, steinigen Küstenstreifen begnügen. Als Mitte des Jahrhunderts der Tourismus einsetze kehrte sich der vermeindliche Nachteil in einen Vorteil - noch heute sind viele kleine Pensionen in Strandnähe in fester Frauenhand.
14.06.2010 14:51
meine Meinung dazu:Wer bringt den Babys die ersten Laute bei ? eine Mutter ! wer denn sonst.
Hat mal einer nachgedacht wieviel Land das war? Wenn ein Bauer 4 Söhne hatte,da blieb schon nicht viel für Jeden. Aber diese hatten doch auch Kinder .Ich will gar nicht weiter machen.Denn im Endergebnis blieb nichts mehr übrig.
12.07.2010 21:23
interessant aber nur ein beispiel von vielen
18.07.2010 10:44
jaja das liebe Erbrecht. Ein Buch (für uns) mit 7 Siegeln
19.07.2010 12:40
Stimme mit der Meinung von Sonnenschein voll überein
25.07.2010 11:03
Mit der Mutter geht der Vater in`s Bett.
27.07.2010 10:48
Auch ohne Erbe sollte man über die Runden kommen..
01.08.2010 08:06
Von der Mutter lernt man die ersten Worte.


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